zur Erlangung des Grades Master of Science am Fachbereich Wirtschaftswissenschaften der Hochschule Liechtenstein, Vaduz
Von Roger Eisenecher und Philipp Friberg
Erstbetreuer: Dr. Kurt Weiss, Zweitbetreuer: Prof. Dipl. Inf. Dipl. Math. Siegfried Weinmann
Unter Added Value by Enterprise SOA (ESA) wird der entstandene Mehrwert durch den Einsatz einer ESA gegenüber der jetzigen IT-Landschaft eines bestimmten Unternehmens verstanden.
Das grösste Problem bei der heutigen Standard-Software ist, dass Innovationen bei Geschäftsprozessen nur durch Entwicklungsarbeit umgesetzt werden können. Dies macht eine Innovation schnell sehr teuer. Gefordert ist also die Möglichkeit, Prozesse grafisch durch den Business Analyst modellieren und orchestrieren zu können. In der globalisierten Welt versteht es sich von selbst, dass dies systemübergreifend möglich sein muss.
Die Lösung soll die Enterprise SOA sein, eine Architektur, mit der sich Prozesse unabhängig von der Technik auswählen und modellieren lassen. Das Business soll also wieder im Mittelpunkt stehen. Die ESA ist ein Vorschlag des Unternehmens SAP und ist zurzeit in Entwicklung. Andere Unternehmen haben ebenfalls den Weg zu einer Enterprise SOA eingeschlagen. Die ESA baut auf der Service Orientierten Architektur (SOA) auf und zeichnet sich durch folgende Eigenschaften aus:
Die ausführliche Analyse der Enterprise SOA ergibt viele spannende Nutzen, aber auch Herausforderungen, die gemeistert werden müssen. Diese sind nach den Aspekten technisch, fachlich, organisatorisch und betriebswirtschaftlich beleuchtet. Auch übergeordnete Aspekte, wie z.B. die Skalierbarkeit im Allgemeinen spielen eine wichtige Rolle. Bis jetzt gibt es noch keine derart umfassende veröffentlichte Analyse.
Die Basis für die Berechnung des Mehrwertes bildet die Analyse der Nutzen und Herausforderungen sowie die aktuellen Probleme und Grenzen eines Unternehmens bezüglich der momentan eingesetzten Standard-Software.
Nutzen und Herausforderungen müssen differenziert betrachtet werden: Es gibt welche, die die Hersteller-Unternehmen betreffen und auch solche, die beim Anwender der Standard-Software zum Tragen kommen. Dies ergibt einen ausführlichen Bewertungskatalog.
Mittels einer Unternehmensanalyse werden Stärken und Schwächen ermittelt. Daraus ergeben sich die Potentialfelder für eine ESA. Die Nutzen und Herausforderungen werden für jedes dieser Potentialfelder einzeln aus Sicht des betreffenden Unternehmens bewertet. Die betriebswirtschaftlichen Aspekte werden zusätzlich separat ausgewiesen, da dies ein differenzierteres Bild bezüglich Prioritäten und Umsetzbarkeit (gutheissen der benötigten Finanzen) aufzeigt.
In dieser Arbeit wurden fünf verschiedene Schweizer Unternehmen aus der Branche Retail bezüglich den aktuellen Herausforderungen bei der Standard-Software mittels Interview untersucht. Dabei stellte sich heraus, dass viele der Unternehmen gleiche oder ähnliche Herausforderungen haben, die es zu meistern gilt. Diese liegen in den Bereichen Prozesse, Schnittstellen und Stammdaten. Der Mehrwert einer ESA ist bei Unternehmen mit sich stark ändernden Geschäftsfeldern und vielen verschiedenen Systemen gross. Bei konsolidierten IT-Landschaften und weitsichtiger Strategien ist der Mehrwert kleiner.
Es wird davon ausgegangen, dass eine Gewichtung der Nutzen und Herausforderungen erstellt werden kann, die die Relevanz der einzelnen Bewertungs-Punkte für eine Branche widerspiegeln. Je nach Branche wird es Nutzen und Herausforderungen geben, die für die jeweilige Branche wichtiger oder aber eher unwichtig sind. Anhand der genannten Interviews wird ein Vorschlag für eine Gewichtung der Branche Retail gewagt. Es ist klar, dass diese Gewichtung anhand von fünf Unternehmen nicht repräsentativ ist. In Bezug auf die untersuchten Unternehmen weist die Branchengewichtung nur in Einzelfällen mit Nachdruck auf einen Mehrwert einer ESA hin.
Es wird eine starke Veränderung im Markt der Standard-Software erwartet: Neue Berufsbilder als auch neue Geschäftsmodelle werden entstehen und diskutiert. Hypothesen, ein Vorgehensmodell und schlussendlich Ideen über mögliche weiterführende Arbeiten runden den Ausblick ab.
Viele Unternehmen möchten bereits heute vom Mehrwert einer ESA profitieren. Leider ist aber eine solche ESA noch nicht erwerbbar. Den Unternehmen kann die Frage, wie sie sich auf eine ESA vorbereiten können, wie folgt beantwortet werden:
Die ESA ist eine bestechende Architektur. Die Grundprinzipien sind bereits aus anderen Disziplinen wie der Software-Entwicklung (Komponenten) oder der Fertigungsindustrie (Normteile) bekannt. Durch die lose Kopplung der Geschäftsprozesse mit der Technik und durch die Prozess-Wiederverwendung ergeben sich Vorteile, die für Unternehmen mit unterschiedlichsten Problemen einen Mehrwert bringen. Der erzielte Mehrwert ist sehr unterschiedlich und kann auch sehr klein werden, so dass es sich nicht rechnet extra eine ESA einzuführen. Doch früher oder später werden alle Unternehmen mit den fortlaufenden Updates eine ESA einführen. Eine Enterprise SOA ist jedoch nur ein Hilfsmittel – kein Patent für Problemlösungen!
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Added Value by Enterprise SOA (ESA) can be understood as the added value of the use of an ESA compared with the current IT of a given business.
The biggest problem with today’s standard software is that innovative business processes can only be achieved through research and development work. This immediately makes an innovation very expensive. What is therefore required is the possibility to model and orchestrate a process by a composer throughout the business analyst. In a globalizing world it goes without saying that the system must be as wide spanning as possible.
The solution will be the SOA Enterprise, an architecture, where the processes can be chosen and shaped independently of the technical side. The business will take centre stage again. The ESA is a suggestion from the firm SAP and is currently in its development stage. Other companies have also adopted the road towards an Enterprise SOA. The ESA is based on the Service Oriented Architecture (SOA) and distinguishes itself through the following characteristics:
The detailed analysis of the Enterprise has yielded many exciting benefits but also many challenges, which must be overcome. The benefits and challenges will be highlighted after the technical, expert, organisational and economical aspects have been considered. Other high level aspects, e.g. the scalability in general, play an important role. Until now no such complete analysis has been published yet.
The basis for calculating added value is to assess the benefits and challenges along with the present problems and restraints of a company in relation to the currently deployed standard software.
The benefits and challenges must be treated differently. There are those which concern the manufacturing company and others which concern the users of the standard software. This results in a comprehensive valuation catalogue.
By means of a corporate analysis the strengths and weaknesses can be established. The outcome of this shows the potential fields for an ESA. The benefits and challenges will be evaluated individually for each of these potential fields from the point of view of the relevant business. Additionally the business assessment aspects will be accounted for separately as this highlights a contrasting picture in terms of priorities and feasibility (approval of required funds).
In this work five different Swiss businesses from the retailing sector were interviewed regarding the current challenges of the Standard Software. It turned out that many of the businesses face the same or similar challenges that need to be addressed. These lie in the areas of processes, interfaces and standard data. The added value of an ESA is significant for businesses with rapidly changing business sectors and many different systems. In consolidated IT sectors with cautious strategies the added value is smaller.
The authors assume that an evaluation of the benefits and challenges can be established which will reflect the relevance of individual points criteria for a given sector. Depending on the sector, there will be benefits and challenges that are of greater or lesser importance to the respective sector. Based on the interviews carried out, the authors venture to suggest an emphasis on the retail branch. They realise that this emphasis based on five businesses is not yet fully representative. In terms of the researched businesses this suggestion could only be linked with certainty to the added value of an ESA for individual cases.
The authors expect radical changes in the Standard Software market: these will result in both new job descriptions and business models. Hypotheses, a process model and finally ideas about possible followup work round off the outlook. Many businesses are keen to profit from the added value of an ESA. Unfortunately such an ESA is not presently acquirable. Businesses should be looking to answer the questions as to how they can prepare themselves for an ESA:
The ESA is an impressive architecture. The basic principles are already known in other disciplines such as software development (components) or the manufacturing industry (standard parts). Through the loose coupling of the business processes with the technique and through the reusable process, businesses with differing problems can achieve added value. The added value gained is variable and can also be so small that it doesn’t justify the extra need for an ESA. Sooner or later all businesses with the ongoing updates will adopt an ESA. An enterprise SOA is, however, only a tool – not a guarantee for problem solving!
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